Programmhinweise

Ethikseminar

Prof. Dr. Oliver Brüstle, Moderator Matthias Gierth, Clara Sattler des Sousa e Brito und Ingrid Fischbach

Mit einem in Zusammenarbeit mit der CV-Akademie am Universitätsklinikum Essen durchgeführten Seminar zur Ethik der embryonalen Stammzellforschung startete der Vorort Ruhr am 22. Januar ins Jahr 2011 und machte im Hinblick auf die Cartellversammlung in Essen auf sich aufmerksam. Zu Gast waren der Stammzellforscher Prof. Dr. Oliver Brüstle vom Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn, die CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ingrid Fischbach, die auf Fragen der Patentierung medizinischer Forschung mit dem Schwerpunkt Stammzellforschung spezialisierte Patentanwältin Clara Sattler de Sousa e Brito LL.M., sowie der Moraltheologe und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Cbr Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Hr). Prof. Brüstle, führender Stammzellforscher in Deutschland, beschrieb in seinem Vortrag, wie man zukünftig aus Körperzellen eines erwachsenen Menschen durch „Umprogrammierung“ so genannte pluripotente Stammzellen (d.h. Zellen, die die gleiche Eigenschaft haben wie embryonale Stammzellen) herstellen kann. Er verwies aber zugleich darauf, dass man nie auf die embryonalen Stammzellen verzichten könne, da diese den Goldstandard darstellten. Frau Fischbach vertrat in ihrem Redebeitrag am Beispiel der Pränataldiagnostik die Position, dass nicht jeder wissenschaftliche Fortschritt auch gleichzeitig ein Fortschritt für die Gesellschaft sein müsse. Sie bekräftigte Ihre ethischen Grundsätze zum Schutze des ungeborenen Lebens, welches mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle beginnt. Man dürfe kein menschliches Leben töten, und sei es noch für so ein hehres Ziel, Menschen heilen zu wollen.